Den meisten Menschen ist dabei nicht bewusst, so Gernot Schlimm in ORTHOpress weiter, dass das Gelenk gerade durch die ständige Bewegung mit Nährstoffen versorgt werden muss, auch wenn es nicht durchblutet ist wie ein Organ. Dies gilt insbesondere für den Knorpel. Bei einem intakten Gelenk produziert die Gelenkinnenhaut eine Flüssigkeit, die sogenannte Snovialflüssigkeit. Diese wird - ganz ähnlich wie das Öl in einem Automotor - bei Bewegung durch das Gelenk gepumpt und wirkt dort lubrizierend, d. h. als Schmiermittel, und bewahrt so das Gelenk vor übermäßigem Verschleiß. Gleichzeitig ernährt sie den Knorpel und sorgt dafür, dass seine Oberfläche stets glatt und prall ist - so bietet sie den wenigsten Reibungswiderstand im Bewegungsablauf.
Fällt diese ständige Bewegung weg, so beginnt der Knorpel aufzuweichen; man spricht daher auch von "Knorpelerweichung". Hat er jedoch einmal seine Widerstandsfähigkeit verloren, so ist es nur noch ein kurzer Schritt zur Ablösung der oberen Schichten. Stück für Stück wird nun bei jeder Bewegung ein mikroskopisch kleines Knorpelstückchen aus der Oberfläche herausgerissen und verbleibt als herumwandernder Abrieb im Gelenk - etwa wie Sand im Getriebe.
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